Friederike Einig

Positionierung & Kommunikation
für die Akteure im Gesundheitswesen 

Gesundheitsversorgung in Deutschland

Der Markt der Gesundheitsversorgung hat sich zu einem Wettbewerbsmarkt entwickelt. Das gilt vor allem für Großstädte und Ballungsgebiete. Das Versorgungssystem ist hier überdurchschnittlich gut ausgebaut. Neue Formen von Versorgungseinrichtungen, wie Gesundheitszentren, MVZ, Privatkliniken sowie Filial- und Gemeinschaftspraxen haben den Markt der ambulanten Gesundheitsversorgung in den letzten 15 Jahren betreten. Auch stationäre Versorger bieten verstärkt ambulante Leistungen an, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Weitere Gesundheitsanbieter sind im europäischen Ausland zu finden. Gerade für die sehr kostenintensiven Behandlungen wie Zahnersatz oder unerfüllter Kinderwunsch bieten die Kliniken im Ausland eine preisgünstigere Alternative zum Angebot der deutschen Anbieter bei gleichem medizinischem Know-how.

Im ländlichen Raum sind kleinere, unrentable Krankenhäuser vordringlich von Schließungen bedroht. Aktuell wird eine Konzentration der stationären Leistungen auf deutlich wenigere Standorte gefordert. Für Patienten könnte das lange, belastende Anfahrtswege zum nächsten Krankenhaus bedeuten. Im akuten Notfall könnte dies sogar mit hohen gesundheitlichen Risiken für die betreffenden Patienten verbunden sein. Darüber hinaus tritt auch das Thema Ambulantisierung verstärkt in den Vordergrund. Gerade für den ländlichen Raum wird diskutiert, Krankenhäuser zu Gesundheitszentren umzustrukturieren, um sowohl stationäre, teilstationäre als auch ambulante Versorgung anzubieten. Damit soll zum einen den strukturellen und wirtschaftlichen Problemen der medizinischen Versorgung, zum anderen dem Ärztemangel auf dem Land Abhilfe geschafft werden.

Durch die Corona-Krise bekommt die Frage wie moderne Gesundheitssysteme auszustatten sind und was sie leisten müssen eine neue Bedeutung. Es ist zu erwarten, dass nach Abflauen der akuten Krise eine Diskussion um die grundsätzliche Neuordnung der Gesundheitsversorgung geführt werden muss. Dabei wird es um die Themen gehen wie ein modernes Gesundheitssystem künftig ausgerichtet wird und welchen Stellenwert es auch gesellschaftlich und gesellschaftspolitisch haben wird. Ist es lediglich als Teil der Gesundheitswirtschaft zu sehen oder als Pflicht einer gemeinsamen Daseinsvorsorge.

Auch die Debatte um die Zukunft der stationären Versorgung in Deutschland, die mit dem Erscheinen der Bertelsmann-Studie im Sommer 2019 ihren Höhepunkt fand, wird auf den Prüfstand kommen. Dass Deutschland bis jetzt relativ gut mit der Corona-Krise zurechtgekommen und es zu keiner Überlastung des Gesundheitssystems gekommen ist, liege vor allem auch daran, dass die Anzahl der Krankenhäuser in Deutschland so hoch sei und die Häuser schnell ausreichende Kapazitäten freisetzen konnten, unterstreichen die Kritiker der Studie. Im stationären Bereich wird es um Fragestellungen und Themen gehen wie eine strategisch ausgerichtete Krankenhausplanung künftig aussehen kann. Könnte zentrale Steuerung dabei möglicherweise auch eine Rolle spielen sein oder ist der dezentrale Weg weiterhin der richtige? Ist es sinnvoll den Fokus verstärkt auf Großkliniken zu legen oder eher auf kleinere bis mittelgroße Krankenhäuser? Wie viel Ökonomisierung und Privatisierung verträgt das Gesundheitswesen und im Besonderen die stationäre Versorgung? Und ist das DRG-System in der stationären Versorgung weiterhin angemessen?

Herausforderungen der stationären und ambulanten Versorger

Im stationären Bereich stehen fast alle Anbieter vor beträchtlichen Herausforderungen, wie die Bewältigung des Fachkräftemangels, ein anhaltend hoher Effizienzsteigerungsdruck, der sich zu Lasten der Patientenversorgung und Hygienestandards auswirkt, sowie notwendige Restrukturierungsmaßnahmen, die bis zur Schließung einzelner Häuser führen könnten. Hinzu kommt eine mangelnde finanzielle Investitionsbereitschaft der Bundesländer in die Krankenhäuser.
Fusionen und Übernahmen können angesichts der aktuellen Entwicklungen eine Option sein, um dem Druck, der auf den stationären Gesundheitsanbietern lastet, standzuhalten. Aber auch sie müssen durchdacht, geprüft und strategisch nach außen und innen implementiert werden. Anstatt einer Fusion, die eigene Unternehmensmarke und das spezifische Leistungsangebot deutlich stärker zu schärfen, kann dagegen häufig auch eine effiziente und ggf. auch die kostengünstigere Option sein.

Zu den wichtigen Entwicklungen zählen die Digitalisierung | Smart Hospital, der Aufbau des Virtuellen Krankenhauses NRW und der weitere Ausbau der Telematikinfrastruktur. Das alles trägt zu mehr Effizienz bei der Versorgung der Patienten, beim Datenaustausch und bei der Dokumentation von Patientendaten bei. Vor allem auch das Übergangs- und Entlassmanagement kann in einem hohen Maß von der Digitalisierung und dem digitalen Austausch von Patientendaten profitieren. Die sektorenübergreifende Vernetzung wird so final in die Wege geleitet.
Mit Hilfe von Robotikassistenz und Künstlicher Intelligenz können Pflegekräfte künftig im Klinikalltag entlastet werden. Erhofftes positives Resultat: Mehr Zeit für die Versorgung der Patienten. Ärzte werden durch Künstliche Intelligenz bereits in klinischen Entscheidungsprozessen, bei einer schnelleren und sicheren Diagnosestellung und bei Operationen erfolgreich unterstützt.

Im ambulanten Bereich ist eine Diskussion um die MVZ und Z-MVZ entbrannt. Vertreter der Ärzteschaft kritisieren, dass immer mehr private Kapitalgeber, anstatt die Ärzte selbst, die MVZ übernehmen. Sie befürchten, dass dadurch nicht mehr das Patientenwohl und die Patientenversorgung im Mittelpunkt stehe, sondern primär monetäre Interessen. Die MVZ/Z-MVZ stehen damit in der Kritik, maßgeblich zur Ökonomisierung des Gesundheitswesens beizutragen. Ein Imageverlust des Geschäftsmodells könnte die Folge sein. Nichtsdestotrotz wurde sich im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) auch weiterhin eindeutig für die Versorgungsform MVZ ausgesprochen. Nachbesetzungen bei Personalwechsel von angestellten Ärzten in MVZ und Praxen sind auch weiterhin ohne Prüfverfahren und erhöhten bürokratischen Aufwand möglich.

Positionierung und Kommunikation

Um dem Wettbewerbsdruck standzuhalten, ist es für die Gesundheitsanbieter wie Gesundheitszentren, Krankenhäuser und Kliniken sowie für die leistungserbringenden Ärzte wichtig, kontinuierlich an ihrer positiven Darstellung in der Öffentlichkeit zu arbeiten. Denn Patienten und die weiteren Interessensgruppen müssen wie Kunden von Angebot, Therapie sowie vom grundsätzlichen Nutzen der Gesundheitseinrichtung überzeugt werden.

Ich habe mich darauf fokussiert, die Akteure im Gesundheitswesen in ihrer Marktpositionierung und ihrer Kommunikation zu ihren unterschiedlichen Anspruchsgruppen zu stärken.

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